Aug 302014
 

Bei der Erklärung, was Schulsozialarbeit eigentlich ist, stößt man gelegentlich an seine Grenzen, und jeder hat seine eigene Vorstellung von einem Sozialarbeiter und/oder einem Sozialpädagogen. Die einen assoziieren mit Sozialarbeit die „Schulermittler“ und die „Super-Nanny“ und erhalten so das Bild eines Berufes, der sich ausschließlich mit eskalierenden Problemlagen beschäftigt. Die anderen betonen den Betreuungsaspekt und denken an Wohngruppen oder Bewährungshelfer. Manch andere wiederum sehen in einem Sozialarbeiter den verständnisvollen Charakter, der den Kindern erlebnis- und lehrreiche Angebote bietet und ihnen als Ansprechpartner und Freund dient.

Das alles ist richtig, aber nicht alles. Denn so vielfältig wie die Kinder, die in ihrem Schulalltag begleitet und unterstützt werden sollen, zeigt sich auch die Gemengelage an Aufgaben, die sich an Schulsozialarbeit stellt. Fasst man das Aufgabenfeld zusammen, so ergeben sich die drei Pfeiler Prävention, Intervention und Netzwerkarbeit.

Über allem steht, dass die Schulsozialarbeit sich als „Anwalt des Kindes“ begreift. Und daher in all seinen Handlungen, Angeboten und Projekten das Kind mit seinen Ressourcen und Fähigkeiten als Maßstab und Grundlage der eigenen Arbeit nimmt.

Aug 302014
 

Prävention bedeutet, dass wir potentielle Probleme schon im Vorhinein verhindern wollen. So führen wir zum Beispiel Verhaltenstrainings für Schulanfänger durch, um die Schüler und Schülerinnen an Regeln und den Umgang mit diesen zu gewöhnen, bevor diese übertreten werden und Ärger droht. Prävention kann auf vielfältige Art und Weise und hinsichtlich zahlreicher Themen wie Gewalt, Mobbing oder Sucht geleistet werden. Sie kann geleistet werden durch Workshops, Projekte, Angebote, Mitarbeit in Schulklassen und auf vielen anderen Wegen.

>> Projekte zur Prävention: Streitschlichter-Ausbildung, Teamgeister, Auf Schatzsuche mit Ferdi-Olympiade, Elternseminar über Medien, Superhelden-Training, Ich bin ich und du bist du – (Erweiterung: und wir sind wir), Fair-Fight-Club (s. Online-Blog)

Aug 302014
 

Intervention bedeutet, dass wir in dem Moment, wo Probleme auftreten, helfend zur Seite stehen oder eingreifen. Das kann bedeuten, eine Familie zu unterstützen, eine schwierige Klasse zu begleiten oder Konflikte der Schüler mit diesen gemeinsam zu lösen. Hieraus ergibt sich schon, wer die Adressaten sind, die wir erreichen wollen. So stehen wir sowohl Eltern als auch Lehrern und Kindern beratend oder helfend zur Seite.

>> Maßnahmen zur Intervention: „No blame approach“-Ansatz,Der weiche Stuhl, Strietschlichter-Brücke, Steh auf, wenn du…, Superhelden-Training

Aug 302014
 

Dementsprechend wichtig ist es, die Netzwerkarbeit voranzutreiben und den Dialog untereinander zu fördern. Wir gehen davon aus, dass Zusammenarbeit Entlastung und Hilfestellung für alle Beteiligten bedeutet. Fasst man Netzwerkarbeit nicht nur schulintern, so forcieren wir ebenfalls Kooperationen mit anderen Partnern, von denen beide Seiten profitieren. Daher nehmen wir an den Quartiersgesprächen mit unseren eigenen Ideen und Vorschlägen teil, um die Zusammenarbeit im Stadtteil weiter voranzutreiben oder kooperieren mit universitären Angeboten.

>> In der Netzwerkarbeit: Stadtteilarbeit Schwarze Heide / Biefang, Jugendhilfe, Sprachcamp im Sommer 2012 an der Schwarze-Heide-Schule, Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen, Elternseminar über Medien

Aug 302014
 

In Paragraph 1 des KJHG steht, dass jedes Kind das Recht hat, zu einer selbstverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person erzogen zu werden. Damit ist das Feld des sozialen und emotionalen Lernens gänzlich umfasst, denn um dahin zu gelangen, bedarf es mehrerer Kompetenzen. So ist es zum Beispiel wichtig, Konflikte angemessen lösen zu können. Konflikte kann man dann einvernehmlich lösen, wenn man weiß, wie man seine eigenen Gefühle einschätzen und kontrollieren kann, damit die Situation nicht eskaliert. Auf der anderen Seite muss man die Regeln des sozialen Miteinanders beachten, das Recht der anderen Person auf eigene Meinung akzeptieren lernen und wissen, dass nicht jeder Streit „mit einer Prügelei“ enden kann.

Soziales und emotionales Lernen umfasst also mehrere Ebenen. Es will den Kindern vermitteln, was Gefühle sind und wie man mit den verschiedenen Gefühlen umgehen kann. Dabei sollen sie lernen, welche Fähigkeiten sie besitzen und wie sie diese für die Gemeinschaft einsetzen können, ebenso wie sie erfahren sollen, dass ein soziales Miteinander für alle förderlich ist. Dabei kommt es auf viele Qualifikationen an, die auch im weiteren Verlauf des Lebenswegs von hoher Bedeutung sind. Teamfähigkeit ist gefragt, ebenso wie Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung. Dabei können Kinder diese Eigenschaften auf verschiedene Art und Weise erlernen. In Workshops können sie erfahren, welche Gefühle sie haben und wie man mit diesen umzugehen lernt. Verhaltenstrainings vermitteln Kompetenzen des sozialen Miteinanders und Kooperationsspiele zeigen, dass eine helfende Hand immer da ist, wenn man sie braucht und dass man manches nur gemeinsam schafft.

Die Schulsozialarbeit an der Schwarze-Heide-Schule hat sich zur Aufgabe gesetzt, seinen Beitrag zu diesem Erziehungsauftrag zu leisten und die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer sozialen und emotionalen Kompetenz zu fördern. Durch Projekte, Workshops und verschiedene Angebote sollen sie erfahren, dass aus „Ich“ und „Du“ auch immer ein „Wir“ werden kann. Und sollen so auf die späteren Aufgaben im Leben optimal vorbereitet werden.

Aug 302014
 

Der zwölfte Paragraph der UN-Kinderrechtskonvention betont, dass der Kinderwille bei der Erziehung zu berücksichtigen sei. So wird dem Kind das Recht zugebilligt, seine Meinung „in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern“, ebenso wie betont wird, dass die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife berücksichtigt werden soll.

Die partizipative Erziehung legt bewusst den Fokus auf die Fähigkeiten und Ressourcen des Kindes. Es will das Kind darin fördern, seine Wünsche frei zu äußern, diese zu begründen und sich aktiv am sozialen Miteinander zu beteiligen. Im Gegensatz zum autorativen Erziehungsstil, der dem Kind „sagt, was es zu tun und zu lassen hat“, setzt partizipative Erziehung auf den Dialog und die Fähigkeit der Kinder, Einsicht zu zeigen und Regeln, Kompromisse und gemeinsame Umgangsformen aushandeln und befolgen zu können. Neben der Aufwertung des Kindes als „Gesprächspartner auf Augenhöhe“ wird so Autonomie und Selbstständigkeit sowie die Eigenmotivation der Kinder, sich am Schulleben zu beteiligen, gefördert.

Die Sozialarbeit der Schwarze-Heide-Schule versucht den Gedanken der Partizipation in vielerlei Hinsicht umzusetzen. Bei Konfliktlösungen sollen die Kinder dazu animiert werden, die Lösungen selbst zu finden. Durch den Schul-Kinderrat, in welchem jeweils zwei Klassen- sowie zwei Vertreter der „Villa Pfiffikus“ sitzen, können die Kinder aktiv das Schulgeschehen beeinflussen, Wünsche äußern und gemeinsame Lösungen erarbeiten. Im Kinderrat der „Villa Pfiffikus“ entscheiden sie über neue Anschaffungen oder machen Vorschläge für Aktionen.

Partizipative Erziehung geht also einher mit dem sozialen und emotionalen Lernen. Kinder sollen zu eigenständigen, selbstverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heranreifen. Bausteine der partizipativen Pädagogik sollen ihnen auf diesem Weg helfen.

Aug 302014
 

Kinder werden heutzutage schon früh mit Medien konfrontiert. In nahezu jedem Haushalt stehen Fernseher, viele Kinder haben Spielekonsolen oder einen eigenen Computer. Auch der Siegeszug des Internets macht vor den Kindern nicht Halt. Viele Schüler und Schülerinnen nutzen das Internet so selbstverständlich wie alle anderen Medien. Sie surfen, spielen, chatten, verabreden sich mit Freunden oder melden sich mit sozialen Profilen in unterschiedlichen Netzwerken an. Dabei stellt das Internet Eltern, ErzieherInnen und PädagogInnen vor neue Herausforderungen. Durch die Anonymität des Netz und den schnellen Zugriff- und Mißbrauchsmöglichkeiten auf Daten von nahezu jedem Computer der Welt, ist es besonders wichtig, Kinder frühzeitig mit den Chancen und Risiken des Internets und anderer Medien vertraut zu machen.

Die Erziehung zur Medienkompetenz umfasst nach Dieter Baacke die vier Dimensionen der Medienkritik, der Medienkunde, der Mediennutzung und der Mediengestaltung. Verkürzt gesagt geht es darum, den Kindern beizubringen, welche Medien es gibt, wie man sie nutzt, wie man sie gestalten kann und welche Risiken und Gefahren sie mit sich bringen. Da Kinder alltäglich mit Medien hantieren, setzt der pädagogische Auftrag direkt an der Lebenswelt der Heranwachsenden an.

Die Schulsozialarbeit der Schwarze-Heide-Schule will den Auftrag zur Erziehung zur Medienkompetenz aufnehmen und diese durch verschiedene Projekte und Angebote gezielt fördern. Dabei geht es vor allem darum, die Kinder frühzeitig für Themen wie das Recht am eigenen Bild und den Datenschutz zu  sensibilisieren und somit das soziale Miteinander – auch im Netz – zu stärken. Medienpädagogik ist somit ein weiterer Baustein, um den Kindern das Recht auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu ermöglichen.

Aug 302014
 

Eltern sind Experten ihrer Kinder. Sie wissen genau, welche Vorlieben ihr Kind hat, was es mag, wo es überreagiert, welche Stärken und Schwächen es hat. Gleichzeitig sind sie vielen Fragen ausgesetzt: Was ist das richtige für mein Kind? Wie kann ich reagieren, wenn mein Kind Probleme verursacht? Bestrafen oder Streicheleinheiten? Ein oder zwei Stunden Fernsehkonsum? Sportverein, Musikschule oder gar beides? Die Fragen sind so unterschiedlich und zahlreich wie die Kinder selbst.

Als PädagogInnen sehen wir Eltern als Gesprächspartner auf Augenhöhe. Nur in einem dialogischen Miteinander kann die Zusammenarbeit mit Eltern auf beiden Seiten Früchte tragen. Erst wenn die Eltern wissen, auf welche Anforderungen ihr Kind in der Schule auf welche Art und Weise reagiert, können sie daheim das Kind speziell nach seinen Ressourcen und Fähigkeiten fördern. Und nur wenn die PädagogInnen vor Ort wissen, welche Vorlieben, Stärken und Schwächen das Kind hat, können sie angemessen reagieren und das Wissen in ihre Methoden und Ansätze mit aufnehmen.

Die Schulsozialarbeit an der Schwarze-Heide-Schule hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen Schule und Elternhaus zu fördern, und Eltern dann zur Seite stehen, wenn sie Hilfe in Erziehungsfragen benötigen. Verschiedene Projekte und Angebote sollen Eltern und Schule dazu animieren, in einen gemeinsamen Dialog über die Erziehung und Förderung ihrer Kinder zu treten, getreu dem Motto: „Gemeinsam leben und lernen – Hand in Hand erfolgreich sein“.